Freitag, 22. April 2016

Erster Erfolg am Badeteich



Letzten Samstag verschlug es mich schon in aller Herrgottsfrüh an mein Hauswasser. Da ich die letzten drei Mal Schneider Heim ging, war es endlich an der Zeit, den ersten Gelben auf die Matte zu legen.

Die Bedingungen konnten kaum besser sein, Temperaturen bis zu 22 Grad und leichter Südwind, also kein kalter Wind. Ich suchte mir einen Platz aus, der etwas vom Wind verschont blieb, da im Frühjahr die Karpfen solche Bereiche ansteuern, wo die Sonne hinknallt und kein Wind geht. Zu den Ködern fütterte ich jeweils drei-vier Hände ganze und halbierte Boillies. 


Es war gerade Teichreinigung und auf meinem Platz herrschte ziemliche Unruhe, da sie gerade alte Holpfeiler wegräumten. Genau da bekam ich meinen ersten Run. Jawohl, der sitzt! Nach einem richtig geilen Drill glitt ein etwas dickerer Schuppenkarpfen in die Maschen meines Keschers, geschätzt hatte er so um die neun bis zehn Kilo. Ich fragte einen der Leute, welche gerade die Holzpfeiler weg brachten, ob er ein Foto von mir und dem Karpfen machen könnte. War natürlich kein Problem, jedoch war das Foto eine Katastrophe :D Der Schatten vom Zaun hat sich am Fisch gespiegelt. Also Foto gelöscht und wieder neu ausgeworfen, mit der Hoffnung vielleicht noch einen Fisch zu überwältigen. 


Keine 15 Minuten später schrie meine Funkbox wieder um Hilfe, Vollrun auf der gleichen Rute wie zuvor. Diesmal war es ein etwas kleinerer Spiegler, ich war voll zufrieden mit der Ausbeute.


 Ich warf dann zwar nochmal aus und wartete bis spät in den Abend, ob sich vielleicht noch ein Fisch erbarmen würde. Dem war jedoch nicht so, meine Bissanzeiger schwiegen. Die Zeit nütze ich zum Fotografieren und genoss noch die letzten Stunden, an denen die Sonne strahlte.

Dienstag, 12. April 2016

Chaos Trip


Am zweiten Aprilwochenende war es endlich wieder so weit, Helly und meine Wenigkeit fuhren für drei Tage an den wohl bekanntesten Karpfensee in Österreich, den FZZ-See. Seitdem ich auf Karpfen angle, träumte ich schon immer davon, einmal dort hinzufahren. Dieser See ist enormem Befischungsdruck ausgesetzt und daher kein leichtes Gelände, da die Karpfen wohl schon jegliche Art von Köderpräsentation gesehen haben und sehr vorsichtig sind.

Wie üblich begannen wir erst um halb drei in der Früh das Auto einzupacken und nach nur einer Stunde Schlaf ging es schlaftrunken in die Steiermark. Totales Chaos mit Helly, wie immer!

Am See erfuhren wir von unseren Nachbarn, dass sie schon drei Mal hier gewesen sind und bis jetzt nur eine Schleie gefangen hatten. Sie warteten noch immer auf ihren ersten Karpfen. Ich wusste, dass es nicht leicht werden würde und bin eher mit der Erwartung hier her gefahren, eventuell zu blanken. Selbst an meinem Hauswasser hatte ich die letzten drei Male geblankt. Auch Helly wartete noch auf seinen ersten Fisch 2016, ein gefangener Fisch wäre daher für jeden von uns ein Erfolg gewesen. Nun ja, nachdem unser Camp aufgebaut war, suchten wir Spots und legten unsere Montagen ab.  Wir hatten Glück, dass die Plätze 4 bis 6 nicht besetzt waren. Dadurch herrschte mehr Ruhe am Wasser. 


So neigte sich der erste Tag dem Ende zu, wir saßen in meinem Zelt und plauderten. Da ging wie aus dem Nichts meine Funkbox an. Also sprintete ich zu meinen Ruten und schon beim Anheben merkte ich, dass es ein Besserer sein könnte. Als ich ihn endlich am Ufer hatte, zuckte er komplett aus und schwamm durch alle meine Schnüre, obwohl ich diese abgesenkte hatte. Als der Karpfen endlich im Kescher war, musste Helly mit seinen Wattstiefeln ins Wasser und den Karpfen aus all den Schnüren befreien. Danach konnte ich endlich den ersten Karpfen der Saison in den Händen halten. Ich war klarerweise mehr als nur glücklich. 



Mit diesem Fisch hatte ich mein Ziel erreicht und sah dem restlichen Wochenende gelassen entgegen. Der Druck war draußen und ich erwartete mir nichts mehr. Aber kaum ein paar Stunden später ging schon wieder die Funkbox los und ich stand schon wieder mit gebogener Rute am Ufer. So konnte ich nun Fisch Nummer zwei auf die Matte legen, einen hohen Schuppenkarpfen.


 Wie schon zuvor legte ich auch diese Rute nicht mehr aus. Nun war nur mehr eine im Wasser. Back im Zelt heizte ich etwas ein und legte mich in meinem Schlafsack.

Etwa eine halbe Stunde vor Mitternacht weckte mich das piepsen der Funkbox und wieder lief ich wie ein Irrer zu meiner letzten Rute. Helly hat die Welt nicht mehr verstanden, bei ihm herrschte die ganze Zeit Stille, nicht mal ein Piepser war bei ihm zu hören, während bei mir die dritte Rute abging. Nun ja, so legte ich dann Fisch Nummer drei auf die Matte, einen richtig fetten Spiegelkarpfen. Ich war sprachlos. Jetzt waren alle Ruten draußen und ich konnte beruhigt schlafen gehen.




Am nächsten Morgen ging  ich am benachbarten Oswald See bei einem Spaziergang einige Fotos machen. Als ich zurück am Platz war, lag Helly noch immer in seinem Zelt. Da wir aber die Ruten neu ausbringen wollten, rief ich ihn heraus.



Zuerst legte ich all meine Ruten neu aus, danach Helly seine. Als er gerade am Auslegen war, schrie meine Funkbox erneut auf. Also wiedermal Sprint zu den Ruten. Es war die Mittlere, an welcher ich eine Tigernuss hatte, und so drillte ich den vierten Fisch dieser Session. Ein langer Schuppenkarpfen, der letzte Karpfen für mich bei diesem Ausflug.



 Denn bis spät in die Nacht tat sich gar nichts mehr. Helly war den ganzen Tag komplett fertig mit seinen Nerven, denn er wollte auch endlich einen Fisch fangen. Er bildete sich gelegentlich sogar ein, dass seine Bissanzeiger piepsten. Er hielt es kaum mehr aus. Was aber nicht verwunderlich war, denn immer wieder hatten wir am ersten Tag Fische in seinem Bereich gesehen,  nur an seinen Haken wollte keiner. Bei den anderen Anglern  am See tat sich auch nicht wirklich was, also war ich mit meinen vier Fischen der Führende. Das tat meinem Ego gut. :D


Ich hab keine Ahnung, wie spät es war, aber mitten in der Nacht bekam endlich auch Helly seinen ersten Run. Ich denke, sein Puls schoss in diesem Moment in die Höhe, er lief zu seinen Ruten und pumpte den Fisch heran. Vorm Kescher sahen wir dann, dass es ein Amur war. Ich sagte zu ihm: „Bist deppat, der hot sicha 18 Kilo plus“. Darauf erwiderte er: „Na, der hot so um die 14 oder 15 Kilo“. Also beschlossen wir ihn zu wiegen und siehe da: die Waage zeigte 19,5 Kilogramm an. Amur Personal Best und erster Fisch der Saison: Helly war überglücklich und ich freute mich für ihn, dass er endlich seinen ersten Fisch hatte.  Man muss auch dazu sagen, dass dies erst sein zweiter Amur in seiner Angelkarriere ist.


 Nur 20 Minuten später ging wieder eine seiner Ruten ab. Der Fisch war nicht all zu groß, dennoch gab er richtig Gas. Kurz vorm Kescher identifizierten wir ihn als Fully Scale-Karpfen.


 Nach diesen Erfolgen waren wir beide glücklich und zufrieden. Wir hatten richtige Sternstunden am FZZ-See erlebt.


Am nächsten Morgen begannen wir langsam zu packen und fuhren so gegen Mittag heim. Nächstes Jahr kommen wir wieder! 

Donnerstag, 12. November 2015

Last Session 2015

Seit Tagen freute ich mich auf nichts so sehr wie auf die Session mit Gregor an meinem geliebten Badeteich. Bereits am Vortag hatten wir uns beim Kartenkauf ein paar Plätze rausgesucht. An meinem Stammplatz blies der Wind kräftig gegen das Ufer. Wir fanden aber einige andere interessante Spots und wir entschieden uns für einen Platz, den ich auch schon kannte.

Sonntagfrüh am Teich blies der Wind noch immer – auch auf die Uferseite, die ich mir ausgesucht hatte. Ich war mir aber sicher, dass die Karpfen hier sein mussten. Gregor stieß endlich dazu, als meine Montagen schon auf ihren Spots lagen.

 Aber er bekam schon nach kurzem einen Fallbiss, doch der Hanger blieb auf einmal wieder stehen. Der Fisch muss das Blei bewegt haben ohne richtig zu haken. Das war es dann für die nächsten Stunden. Es ging nichts, gar nichts, nur der Wind. Mein Ziel war, dass wenigstens jeder von uns einen Fisch fangen sollte, doch irgendwie wollten sie nicht und auch am Wasser waren kaum Anzeichen von Fischaktivität. Ehrlich gesagt, war es mir dann auch wieder egal, ob ich was fangen würde oder nicht. Wenn ich so auf das Jahr 2015 zurückblicke, kann ich mehr als nur zufrieden sein: Einige schöne Hechte, Störe in Weinburg, wunderschöne Karpfen und mein neuer Personal Best Karpfen stehen heuer zu Buche. „Aber hoffentlich fangt da Gregor an schönen Karpfen“, dachte ich daher.


Während unsere gelben Freunde im Wasser anscheinend nichts fressen wollten, begannen wir damit. So haute ich ein paar Steaks und Käsekrainer in die Pfanne. Karpfenfischen, gutes Essen, super Herbstwetter und das auch in Gesellschaft eines Freundes! :D Herrlich!

Doch auch nach unserem Festmahl schwiegen unsere Bissanzeiger weiter.
Gegen Vier musste mich Gregor leider verlassen, um sich zu Hause dem Lernen widmen zu „dürfen“. Ich jedoch blieb am Wasser, denn ich wollte jede Minute dieses wunderschönen Novembertages komplett auskosten. Kurz bevor mein Freund ging, konnte ich einen langen dunklen Schuppenkarpfen über meinem Spot rollen sehen. Die erste Aktivität eines Fisches an diesen Tag. Nun war ich wieder optimistisch, dass da noch etwas gehen könnte.

Als ich gerade meine Bissanzeiger etwas leiser stellen wollte, ging plötzlich die Rute ab, die auf dem Spot lag, wo ich den Karpfen rollen gesehen hatte. Der erste Part des Drills war eher ernüchternd, mein Kontrahent wehrte sich nur wenig. Doch kurz vorm Ufer fiel wohl erst auf, dass die ganze Sache einen Haken hatte, und er schoss immer wieder mit voller Kraft zurück ins Freiwasser. Doch auch die Kraftreserven des größten Kämpfers gehen irgendwann aus und so konnte ich meinen letzten Karpfen des Jahres 2015 auf die Matte legen. YESSS! Nach dem Fotoshooting mit dem lang gezogenen Schuppenkarpfen packte ich zufrieden ein und trat die Heimfahrt an.


Montag, 26. Oktober 2015

Oh du schöner Herbst....

Als ich während meiner letzten Session in meinem Zelt gelegen bin, hatte ich mit Gregor geschrieben, der nun an meinem alten Hauswasser fischt, ob er mich nicht mal als Gastfischer mitnehmen könnte. Das war erfreulicher Weise kein Problem und so konnte ich es kaum mehr erwarten, die Rute wiedermal an meinem ehemaligen Wasserl auszuwerfen.

Wir trafen uns um 8:30 Uhr am Teich und steuerten den Platz „Seebühne“ an da die Halbinsel, wo wir eigentlich hin wollten, besetzt war. Gregor fischte mit Boilies und ich mit „Thuna“-Pellets in 20 Millimeter. Da ich als Gastfischer da war, durften wir beide nur mit jeweils einer Rute fischen, was mich hier schon immer etwas gestört hatte, aber wie auch immer. Als dann die Ruten ausgelegt waren, hieß es für uns sitzen und warten, mehr konnten wir nicht tun.

Lange Zeit tat sich nichts, nicht einmal der Wind wehte, aber wie aus dem Nichts bekam Gregor dann doch einen kurzen Drucker.

 Einige Minuten später ging seine Rute ab, im Drill merkten wir schon, dass es ein Besserer sein musste. Der Fisch gab ordentlich Gas, doch nach einiger Zeit ermüdete er und ein Schuppenkarpfen glitt in die Maschen des Keschers. JAAAA! Endlich der erste Fisch und dann auch noch so ein schöner Schuppler, damit hatten wir nicht gerechnet. 

Nach dem Releasen setzen wir uns wieder hin und überlegten uns erst einmal, wo wir etwas zum Essen bestellen sollten. Schließlich wollten ja auch wir etwas futtern, nicht nur unsere gelben Freunde im Wasser. Schnell wurden wir uns einig, dass wir uns eine Kebab-Box gönnen würden.

Gerade als der Lieferant anrief, bekam ich einen brutalen Vollrun. Ich beschäftigte mich also mit dem Karpfen, der mir einige Meter Schnur von der Rolle riss, während sich Gregor zum Tor begab um unser Essen abzuholen. Die Fische sind hier richtig gute Kämpfer, als Gregor mit dem Essen zurückkam, half er mir beim Keschern. Doch bevor er endgültig in den Kescher ging, startete er noch einige Fluchtversuche ins Kraut, welche jedoch allesamt unbelohnt blieben. So konnte ich nach zwei Jahren Abwesenheit hier endlich wieder einen dicken Spiegelkarpfen in den Händen halten. Jetzt war ich glücklich und mir war es egal, ob jetzt noch was beißen würde oder nicht.

Jeder von uns hatte einen wirklich guten Fisch landen können, so ging es eineinhalb Stunden später zufrieden nach Hause. Die nächste Session mit Gregor steht schon in Planung, diesmal an meinem geliebten Badeteich. Mal sehen, ob uns dort auch ein oder zwei schöne Karpfen das Leben verschönern werden.

Sonntag, 25. Oktober 2015

Herbstgold von der Schottergrube

Mein Freund Helly und meine Wenigkeit beschlossen schon vor einigen Monaten eine Session auf einer Schottergrube, der ich schon im Juni einen Besuch abgestattet hatte. Doch ein paar Tage vor der Abfahrt wurde mein Freund krank und da es jetzt im Herbst immer kälter wird, sagte er ab. Schade, aber die gemeinsame Session wird nachgeholt. Nun ja, so ging es alleine ans Wasser.

Diesmal lag mein Platz am gegenüber liegenden Ufer vom letzten Mal, diese Seite vom Teich kannte ich daher noch nicht. Ich entdeckte bei der Erkundungsfahrt mit dem Boot ein großes Krautfeld, wo ich gleich mal eine Montage ablegte die anderen Rute legte ich auf Plateaus aus. Ich fischte nur mit Mais und Kichererbsen, wegen der lästigen Zwergwelse konnte ich keine Boilies verwenden. Nur an der mittleren Rute fischte ich mit einem pinken fluo Pop-up am Chod Rig, das ich über einem Maisteppich präsentierte. Nachdem ich alle Montagen ausgebracht hatte, begann es wieder heftig zu Regnen – wie schon zuvor beim Aufbau. -,- Also schnell ins Zelt, wo ich bis in die Nacht den Regen abwarten musste.

Kurz vor Mitternacht riss mich ein Vollrun aus dem Tiefschlaf. Es war die Rute, die ich beim Kraut abgelegt hatte. Ich wollte schon ins Boot steigen, doch der Karpfen verschwand nicht ins Kraut, sondern schwamm direkt zu den Ästen unter Wasser. Leider war der Nebel so dicht, dass ich kaum meine ausgestreckte Hand vor Augen erkennen konnte. So konnte ich nicht anhand der Schnur sehen, wo der Fisch hinschwamm. Und ich Idiot war nicht ins Boot gestiegen, was sich als großer Fehler herausstellte. Denn auf einmal merkte ich, dass der Fisch steckte und auf einmal riss die Hauptschnur. Ich war in diesem Moment auf hundertachtzig, doch ich beruhigte mich, ließ die Rute draußen und legte mich wieder hin. Nach zwei Uhr früh gab es wieder Vollrun. Der Drill war eine Zeit lang ganz normal, als ich plötzlich merkte, dass die Spannung weg war. Der Fisch war ausgestiegen. Jetzt war ich echt nur noch aggressiv und zugleich auch deprimiert.

Am nächsten Morgen brachte ich alle Montagen neu aus. Als ich gerade die zweite Rute aufs Rod Pod legte, ging die erste schon ab. Ich konnte es kaum fassen, die Montage lag gerade mal acht Minuten. Sofort sprang ich ins Boot, der Fisch steckte im Kraut fest. Doch mit stetigem Druck konnte ich ihn aus dem Kraut holen und nur kurze Zeit später glitt er schon in den Kescher. Mann, war ich erleichtert und glücklich! Jawohl, da lag er, ein schöner Spiegler mit toller Färbung.

Der nächste Run war am Nachmittag so kurz vor vier. Diesmal musste ich nicht mit dem Schlauchboot raus und konnte vom Steg aus einen etwas größeren Spiegler als zuvor keschern. Gleich darauf brachte ich die Rute erneut aus, dann ging es wieder ans warten. 

 Eigentlich war es mir komplett egal, ob jetzt noch etwas beißen würde oder nicht. Mein Ziel, einen Fisch zu fangen, hatte ich längst erreicht. Ich hatte mir eigentlich mehr Aktivität auf der Rute mit dem Chod-Rig erwartet, doch dem war nicht so. Aber ich blieb dabei und ließ die Rute einfach weiter liegen. 

Um halb elf abends, als ich gerade am Essen war, piepste meine Funkbox erneut. „Jawohl, so muass des gehn“, dachte ich mir, als ich am Drillen war. Nach einiger Zeit lag dann ein starker Schuppenkarpfen auf der Matte. 

Ich verzichtete darauf, die Montage neu auszulegen, da ich eh schon extrem zufrieden war und endlich weiter essen wollte. Die restliche Nacht war ziemlich eigenartig. Ich hörte vom Zelt aus Karpfen nahe am Ufer rollen und springen. Die Fische waren also aktiv, meine Bissanzeiger im Gegensatz dazu so lebhaft wie Steine. Bei denen tat sich rein gar nichts.

Um halb sechs in der Früh riss mich die Funkbox aus meinen Träumen. Schlaftrunken humpelte ich mit nicht einmal ganz angezogenen Schuhen in Richtung der Ruten. Nach einem ziemlich anstrengenden Drill blickte ich in den Kescher, worin sich ein ziemlich dicker Schuppler mit richtig breitem Rücken befand. Als ich den Kescher hoch hob, merkte ich schon, dass der sicher so in Richtung 19 Kilo geht. Also schnell Fotos gemacht und die Waage aus dem Zelt geholt.
Als mir die Waage das Gewicht anzeigte, wollte ich ihr zuerst nicht glauben. Ich wog den Fisch noch drei Mal, aber die Waage zeigte immer das Gleiche an: verdammte 23,4 Kilo! Seit zwei Jahren bin auf der Jagd nach einem 20+ Karpfen, seit zwei Jahren lag mein Personal Best bei 19,8 Kilo. Ich konnte mein Glück kaum fassen, sofort verständigte ich meine Freunde per Whats App. Dann haute ich mich wieder in den Schlafsack und versuchte weiter zu schlafen.

Ein paar Stunden später brachte ich die Ruten wieder neu aus, abgesehen von der, auf der das Chod-Rig war. Ich war mir sicher, dass hier noch Fischaktivität auszumachen sein würde.

Es war Mittag und ich saß auf den Stufen, welche zum Steg führten. Ich beobachtete das Wasser und die Umgebung. Es war herrlich frei von allen Sorgen und Problemen zu sein. Das schätze ich besonders am Fischen und vor allem am Karpfenangeln. Da riss mich der Ton der Funkbox aus meinen Gedanken. Fallbiss an der mittleren Rute, die mit dem Chod-Rig! Der Drill gestaltete sich nicht gerade schwer, da der Fisch seine Fluchtversuche hauptsächlich im Freiwasser unternahm. Nach einem richtig geilen Drill lag ein fetter Schuppenkarpfen in meiner Abhakmatte. Schnell noch Fotos gemacht und dann durfte er zurück in sein Element.

Nun stand ich bei fünf Fischen. Ich hatte mir beim besten Willen nicht vorstellen können, dass es so erfolgreich werden würde. Zwei Stunden bevor ich zusammenpackte, ging noch einmal die linke Rute ab. Der Fisch riss mir Meter für Meter von der Rolle. „Ui, des is sicher a größerer“, schoss es mir durch den Kopf, als plötzlich die Spannung weg war. NEIN!!! Der Fisch war weg und ich war kurz vorm Durchdrehen. Die Hauptschnur war nämlich gerissen, so etwas ist mir schon Jahre nicht mehr passiert, aber ja so ist Fischen eben.

Um 5 Uhr trat ich dann die Heimreise an. Im Großen und Ganzen war das wiedermal eine grandiose Session auf der Schottergrube.

Sonntag, 18. Oktober 2015

Badeteich-Session Teil 3

Vor ein paar Wochen zog es mich wieder zu meinem geliebten Badeteich, also samstags die Karte besorgt und sonntags früh war ich schon am Rigs Binden.


Gestern brachte mir mein Freund Helly noch einige Kilo Boilies vorbei. Ich hatte die Ehre, Prototypen einer neuen Boiliesorte zu testen. Bis jetzt wurde mit diesen Kugeln noch kein „zweistelliger“ Karpfen gefangen. Ich war gespannt, ob es mir gelingen würde. Die ersten Stunden am Wasser vergingen jedoch sehr ruhig, am gesamten Teich konnte ich keine Fischaktivität ausmachen. Ich fröstelte ein wenig, der Wind machte es richtig kalt. Gegenüber von mir waren drei Angler und am Badestrand war noch einer, die hatten alle bis dahin auch keinen Erfolg zu verbuchen. Auf allen beiden Rigs fischte ich einen Snowman, ich bin ein totaler Fan von der Präsentation. Eigentlich hatte ich eine Rute mit dem Chod-Rig fischen wollen, doch mir fehlte leider das dazu nötige Material.

Die Stunden vergingen und die Bissanzeiger schwiegen weiter, doch auf einmal schrie mein Bissanzeiger wie aus dem Nichts laut auf. Spannung aufgenommen und schon konnte ich meinen Kontrahenten am anderen Ende der Schnur fühlen. Zum Vorschein kam ein schöner Schuppenkarpfen mit einer etwas dunklen Färbung, wie sie fast alle Karpfen hier hier. Nach dem Releasen beköderte ich neu und nahm den Spot nochmals mit Boilies unter Beschuss.
 (Leider schauen auf den Fotos meine Haare ziemlich durcheinander aus...nicht beachten bitte :mrgreen:

Kurz darauf wurde ich kontrolliert. Bis jetzt war fast jeder Aufseher, dem ich begegnet war, ein ziemlicher Ungustl. Von dieser Regel hatte ich erst zweimal eine Ausnahme erlebt. Doch dieser Kontrolleur war total freundlich und gab mir einige Informationen über die Kosten der Jahreskarte und über die Gewässer.

Kurz vor 18 Uhr ging die Rute ab, auf der ich mit den Prototypen fischte. Diesmal hing da ein schon etwas größerer Schuppla mit richtig viel Power am Haken. Im Drill schoss er immer wieder Richtung Freiwasser, es dauerte eine Weile bis ich ihn in Keschernähe hatte, doch nach einiger Zeit lag er dann auf der Matte.

Als es langsam immer finsterer wurde, machte mich auf den Weg nach Hause. Mein Ziel für diesen Tag hatte ich ja erreicht!



Sonntag, 27. September 2015

Session am Badeteich 2.0

Letzten Sonntag musste ich einfach wieder ans Wasser. Ich konnte nicht bis Oktober warten, wenn es wieder für ein Wochenende zu einer Schottergrube gehen wird. Back to the Topic: Es ging wieder an den Badeteich, wo ich letztens ordentlich abgeräumt hatte. Als ich gerade aufbaute, bemerkte ich, wie ein anderer Fischer sich direkt an den Steg neben meinen setzte. Ich schnaufte einmal tief durch. Es gibt hier sicher mehr als 15 Stege und einen Haufen anderer Plätze. Warum setzte der sich jetzt genau neben mir hin? Also Sachen wieder zusammengesucht und zwei Stege weiter weg wieder ausgepackt. Keine fünf Minuten später setzte sich schon wieder ein Angler an den Steg genau neben mir. Jetzt war es mir aber zu blöd und ich blieb sitzen.

 Eine Rute mit Pellets legte ich an der Scharkante ab und die andere Rute mit einem Boilie und fluo Pop up als Snowman auf ein kleines Plateau in drei Metern Tiefe.

Gegen Mittag verschwanden die zwei anderen Fischer und so war ich nun alleine am Wasser. Der Wind wehte kräftig auf mein Ufer zu. Jetzt musste doch endlich mal etwas passieren, wenigstens ein Schnurschwimmer! Doch auch dieser blieb aus. Um eins am Nachmittag besuchten mich ein paar Freunde und brachten mir etwas zu Essen mit. Sie wollten unbedingt einen Fisch sehen, so hoffte ich nun umso mehr, dass wenigstens einer sich in die Maschen meines Keschers verirren mochte. Ich fütterte am Spot, an dem der Snowman lag, noch ein halbes Kilo Boilies großflächig rundherum. Das wirkte, denn gegen vier lief genau diese Rute ab. Nach einen tollen Drill lag ein halbstarker Schuppenkarpfen auf meiner Matte. Bei mir machte sich Zufriedenheit breit. Ich hatte mein Ziel erreicht, wenigstens einen Fisch zu fangen.






Ich hatte noch ein wenig Zeit, ich warf daher die Rute so schnell wie möglich wieder aus und fütterte erneut fast ein halbes Kilo Boilies großflächig um den Spot herum. Die Rute mit den Pellets war tot, hier zeigte sich keine einzige Aktion. Als ich sie an einem anderen Spot auswarf, konnte ich einen Karpfen an jenem Platz rollen sehen, der mir vorhin den Schuppi eingebracht hatte. Die Fische waren nun da, jetzt war es nur mehr eine Frage der Zeit, bis sie auf meinen Köder stießen.
Kurz vor Sechs, meine Freunde waren leider schon weg, piepste mein Bissanzeiger zum zweiten Mal! Der Fisch entpuppte sich wieder als halbstarker Schuppenkarpfen, jedoch etwas größer als sein Vorgänger.

Nach dem versöhnlichen Abschluss packte ich mein Zeugs und machte mich auf die Socken heimwärts zu.