Donnerstag, 25. Juni 2015

Schottergruben Session

Am 19. Juni ging es über‘s Wochenende an eine steirische Schottergube, die erst seit 2013 zu befischen ist. In den Tagen vor dieser Session versuchte ich Informationen über das Gewässer herauszufinden, doch viele Leute fand ich nicht, die dort schon mal gefischt hatten. Und von denen schrieb mir jeder etwas anderes. Aber das Einzige, was mir wirklich Sorgen bereitete, waren die Zwergwelse, die dort geben sollte. Ich nahm trotzdem ein paar Kilo Boilies mit, falls es doch nicht so arg sein sollte.


 Am Gewässer unterhielt mich erst einmal mit meinem Platznachbarn, nachdem ich alles aufgebaut hatte. Der erzählte mir, dass ich es mit Boilies gar nicht erst versuchen sollte: tatsächlich zu viele Zwergwelse. Nur Pop Up`s und Partikel funktionieren, meinte er noch. Zum Glück hatte ich 15 Kilo Mais dabei, also band ich mir zwei Rigs zum Fischen mit Mais und an einer Rute montierte ich ein Chod-Rig mit einem neon-färbigen Pup up.

Als ich nach vollbrachter Arbeit wieder aus meinem Zelt trat, bekam ich kurz einen kleinen Schock. Mein Boot trieb mitten im Teich herum, ich Idiot hatte es nicht ordentlich festgemacht. Doch Gott sei Dank für die hilfsbereiten Fischerkollegen. Mein Platznachbar fuhr mit seinem Boot raus und brachte mir meines wieder. So etwas passiert wohl auch nur mir. Zu unfähig ein Boot fest zu machen. :-oo

Danach ging es aber endlich los. Ich wartete auf den ersten Run, dachte aber nicht wirklich, dass ich viel fangen würde. Ich schätzte es als eher schwer ein, hier einen Karpfen auf die Matte zu legen. Doch kurz nach neun am Abend schrie meine Funkbox auf. Vollrun auf der rechten Rute, welche ich auf ein Plateau abgelegt hatte. Ich spürte sofort, dass es etwas Größeres sein musste. Der Fisch riss mir Meter für Meter von der Rolle, ich sprang daher ins Boot und fuhr ihm entgegen. Als ich bei ihm war, begann erst der richtige Fight! Immer wieder schoss der Saubär, äh Fisch, in die Tiefe. Unglaublich wie viel Kraft dieses Schwein hatte! Doch nach einiger Zeit ergab er sich und ich konnte ihn Keschern. Auf der Matte realisierte ich erst, dass es ein Two Tone Schuppler war. Ich war sowas von glücklich, ich hatte nicht damit gerechnet, noch in der ersten Nacht einen Run zu vollenden.

Ich legte mich wieder auf meiner Liege auf die Lauer und versuchte etwas zu schlafen. Eine Stunde später der nächste Vollrun. Doch lang dauerte der Drill nicht, dann war die Montage gerissen. Das machte mich in dem Moment doch etwas zornig und ich hoffe, die Kollegen nebenan haben meine unfeinen Worte nicht gehört. Doch dann versuchte ich einfach weiter zu schlafen. Kurz nach Mitternacht der nächste Run! An dessen Ende dachte mir nur: „Wos ist jetzt los?“ Nach einem geilen Drill im dichtesten Nebel lag ein kompakter fetter Spiegelkarpfen auf der Matte. Ich hab‘s gar nicht mehr gepackt. Nach der Fotosession konnte ich dann wirklich ruhig schlafen gehen, da jetzt keine meiner drei Ruten mehr ausgelegt war.


Am nächsten Morgen war erst mal nichts mit Montagen neu auslegen, der Nebel war einfach zu dicht. Erst nach einer dreiviertel Stunde wurde es besser und ich konnte weiter machen.

 Der Vormittag verlief ruhig, doch so gegen eins biss dann wieder ein Spiegelkarpfen an, jedoch ein kleinerer.

 Etwas später am Nachmittag dann wieder ein Spiegler, noch ein wenig kleiner. „Werden die jetzt nur noch kleiner oder was?“, dachte ich mir.

Doch wie schon am Vorabend lief dann um neun erneut eine Rute ab und diesmal landete ich wieder einen größeren Karpfen. Es war der vierte Spiegler in Folge.

 Ich brachte die Rute gleich wieder aus und erhoffte mir für die Nacht nur Gutes. Tatsächlich weckte mich mitten in der Nacht meine Funkbox. Ich eilte zu den Ruten und sah, dass es ein Fallbiss war. Ich holte ein, um Spannung aufzubauen, doch da merkte ich schon, dass das nur ein Zwergwels sein konnte, was an meinem Pop up ging. Erfreut war ich nicht wirklich über diesen Fang.

 Die restliche Nacht verlief ruhig, eindeutig zu ruhig. Als ich am nächsten Morgen aufwachte, musste ich feststellen, dass trotz meines anfangs guten Gefühls in der Nacht genau nichts Lohnendes passiert war. Doch schon bald nach dem Frühstück wurde ich für die laue Nacht entschädigt. Jawohl! „Wenn‘s laft, dann laft’s“, wie die Bayern zu sagen pflegen. Nach dem Drill hielt ich einen total geilen Spiegler in Händen.

Danach war tote Hose bis auf einen zweiten Zwergwels am Nachmittag. Gegen fünf packte ich dann zusammen. Meine vor dem Wochenende gar nicht so großen Erwartungen waren weit übertroffen und ich war entsprechend zufrieden. Hier sechs Karpfen an nur einem Wochenende zu fangen, damit hatte ich echt nicht gerechnet.


Mittwoch, 27. Mai 2015

Vösendorfer Schlauch 2015

Nach endlos langen acht Monaten Pause von der Karpfenfischerei war es an einem Sonntag im Mai für mich endlich wieder so weit, ich wollte meinen Lieblingsfischen wieder die Fallen stellen! Günter aka Miraculix, wie er an seinem Hauswasser genannt wird, lud mich auf den sog. „Schlauch“ in Vösendorf ein. Ich war bereits letztes Jahr an diesem Gewässer und konnte einen kleinen Schuppenkarpfen auf die Matte legen, Günter jedoch ging damals mit trockenem Kescher (aber erhobenen Hauptes) nach Hause. Da er mit Ausnahme eines einzigen erfolgreichen Overnighters ebenfalls viele Monate nicht mehr fischen war - die im vergangenen September wegen Hochwasser unfreiwillig um fünf Tage verlängerte Session an den „Mura Carp Lakes“ musste im Familienkreis erst ausargumentiert werden - hatte sich auch bei ihm die Vorfreude auf den gemeinsamen Tagesansitz schon längst eingestellt…

Pünktlich um neun Uhr, als wir uns gerade für einen Platz entschieden hatten, setzte klarerweise Regen ein (einige Tage zuvor, O-Ton Miraculix: „In den letzten zwei Jahren hatte ich am Wasser nicht einen einzigen schönen Tag, rechne daher besser mit dem Weltuntergang!“). Trotzdem baute ich so schnell wie möglich meine beiden Ruten auf, Günter hingegen ließ sich dabei wie üblich mehr Zeit, begleitet von Binsenweisheiten à la „In der Ruhe liegt die Kraft!“, „Die letzten werden die ersten sein!“, etc. Nun ja, er hätte vielleicht auch daran denken sollen, dass er nicht am Badminton-Court steht, um einen Vorhand-Drive ins Hinterfeld des Gegners zu spielen, dementsprechend schnalzte er seinen ersten Auswurf direkt ins gegenüberliegende Schilf, die Montage hing dort bombenfest…alle Knoten halten, immerhin auch eine Erkenntnis. Die meisten Camouflage-Kollegen würden in so einem Fall vermutlich die Schnur abschneiden und zurück zur Mittelauflage schreiten!

 Doch nicht Günter, er arbeitete sich verbissen durch den Schilfgürtel und mit vereinten Kräften konnten wir die Montage befreien, mit den lustigen Sprüchen war es bei ihm dann aber vorbei...

Endlich hatten wir alle unsere Montagen auf den Spots abgelegt, das Wetter hatte sich immerhin gebessert und für uns begann das - kurzweilige - Warten, denn während wir uns unterhalten hatten, war die Zeit wie im Flug vergangen und es war Mittag geworden, angeltechnisch allerdings für uns beide bis dahin ereignislos.
Als Günter kurz den Platz verließ um für sein Bedürfnis einen geeigneten Busch auszukundschaften, bekam er auf seiner rechten Rute einen Fallbiss, ich schnappte mir seinen Stecken und baute Spannung auf, wobei ich mir zuallererst nur dachte: „Wos woa des jetzt?“, dann bemerkte ich Widerstand! Minimalen Widerstand, denn zum Landgang kam ein halbstarker Zobel, der weniger an den Zauberboilies von Miraculix interessiert war, sondern sich viel mehr gleich an seinem Rig erhängen wollte. Kein Problem, Fisch gerettet und wieder munter in die Freiheit entlassen.
So ging das Warten auf den ersten Karpfen weiter und ich befürchtete schon, dass wir beide mit einer Nullnummer heimgehen würden, doch dann endlich, mein Fox-Bissanzeiger bettelte um Hilfe. „Yes!“, der erste Karpfen des Tages lag auf der Matte, zwar kein Ungetüm, aber auf diesem Wasser immerhin guter Durchschnitt.

 Die Schweinderln rollten auf meinem rechten Spot, mit Sicherheit ein gutes Zeichen und nur kurz darauf folgte der zweite Rüssler in die Keschermaschen!


 Schnell beköderte ich wieder die Rute und ab ins Wasser mit den Baits, während Miraculix darüber nachzudenken begann, ob er dann nicht doch mal seine Montagen neu auswerfen sollte, „Reine Nervensache!“, bekam ich zu hören.
In der Zwischenzeit war einer der sehr netten Aufseher des Gewässers zu uns gekommen, um uns über aktuelle Teichgeschichten, Besatzmaßnahmen und Monsterfänge auf den neuesten Stand zu bringen. Plötzlich schnellte wieder der Bissanzeiger in die Höhe, Schnur wurde von meiner Rolle abgezogen und bald konnte ich einen wunderschönen und auffällig dunkel gefärbten Schuppenkarpfen in den Kescher gleiten lassen, sicher kein Riese aber optisch für mich ein Ausnahmefisch.

Jetzt lagen Günters Nervendrähte allerdings nicht mehr in der schützenden Ummantelung, denn das Wiener-Derby stand zu diesem Zeitpunkt nur 1:1 und in seinem eigenen Heimspiel lag er 0:3 hinten (den Zobel wertete er jetzt nicht unbedingt als „Aussireisser“, eher so etwas wie ein Abseitstor), seine Montagen wurden eingeholt, kontrolliert, gesoaked, gepimped, beschworen, neu ausgeworfen und das Motto kurzfristig in „Neues Spiel! Neues Glück!“ geändert. So wirklich bewahrheitete sich auch diese Erkenntnis nicht, sein Bissanzeiger meldete sich zwar irgendwann, die Erlösung lag greifbar nahe und der Anhieb ging letztlich genau dorthin, wo sicher kein Fisch mehr zu haken war.




Danach tat sich nichts mehr, weder bei Miraculix noch bei mir. Austria ging gegen Rapid letztendlich mit 4:1 unter :mrgreen: und wir konnten auf einen wirklich tollen Tag am Wasser zurückblicken…und außerdem: „Morgen ist auch noch ein Fangtag, Günter!“ :D 

Montag, 7. Juli 2014

3 Tage 3 Fische



Am Wochenende legte ich wieder eine Session ein: Als Gewässer wähle ich mir eines ganz in meiner Nähe: Nur zirka zwei Minuten mit dem Auto entfernt. :D Am Freitag um elf Uhr vormittags ließ ich zuerst einmal mein Boot zu Wasser und schleppte das ganze Tackle zur Hütte. Ein paar Stunden später kam Daniel, der Pächter des Teiches, und half mir beim Auslegen der Montagen. Es war ziemlich ungewohnt für mich, mit Subfloats zu fischen, aber diese sind bei diesem Gewässer aufgrund der zahlreichen Hindernisse unter Wasser vorgeschrieben.

Ich erwartete mir eigentlich nicht viel. Ich dachte, dass ich maximal einen Fisch überlisten kann - wenn ich Glück habe! 

Doch die Funkbox schrie schon bald das erste Mal zur Hilfe.


 Nach langem, harten Drill konnte ich den ersten Schuppenkarpfen dieser Session auf die Matte legen. Kurz drauf kamen zwei Freunde von mir, die mir Kebap von meinem Stammkebaplokal brachten. :D Kurz vor zwanzig Uhr ging erneut eine Rute ab, doch den Fisch verlor ich im Kraut. In der Nacht passierte gar nichts, nicht einmal einen Piepser konnte ich verzeichnen.

 Am Samstag legte ich alle Montagen nochmals neu aus. Es dauerte bis kurz nach 16 Uhr, als die erste Rute ablief. Doch auch diesen Fisch verlor ich. Ich hatte ihn  von einem im Wasser liegenden Baum fernhalten wollen, doch der Haken bog sich auf. 


Vier Stunden später lief die gleiche Rute wieder ab. Diesmal konnte ich den Fisch ins Freiwasser lotsen. Als ich ihn aus der Tiefe hochkomme sah, wusste ich schon, dass es ein Besserer war. Als er dann auf der Matte lag, konnte ich einen wunderschönen, markanten Spiegelkarpfen bewundern. Die Rute legte ich jedoch nicht mehr neu aus, ich war schon vollauf zufrieden mit der Session.

Am Sonntagmorgen stand dann fest, dass auch in der letzten Nacht kein einziger Piepser zu verzeichnen gewesen war. Wie auch immer, alle Montagen wurden neu beködert und rausgefahren.

 Es kamen leider einige Badegäste, obwohl Baden  an diesem Gewässer eigentlich verboten ist. Sie schwammen einfach fröhlich um meine Subfloats herum. Begeistert war ich davon nicht gerade, aber was sollte ich tun? Zu Mittag war es extrem heiß. Ich schwitzte wie ein Wasserfall und schon kurz darauf war ich selber im Wasser.

Es passierte wieder einmal den ganzen Tag rein gar nichts. Die einzigen Fischaktivtäten, die ich verzeichnen konnte, kamen von raubenden Hechten. Karpfen waren jedoch Fehlanzeige. Als es Abend wurde, begann ich langsam zusammen zu packen. Als ich die erste Rute einholen wollte, bekam ich einen brutalen Run. Als ich mit dem Boot auf den Fisch zufuhr, bemerkte ich schon, dass er sich ins Kraut gestellt hatte. Also bin ich rein in die Krautfelder und hab den Karpfen aus dem Unkraut gezerrt. Ich war total glücklich, ich hätte nie gedacht, dass es so gut läuft.

Im Großen und Ganzen war das ein erholsames Wochenende am Teich mit wirklich guten Fischen. Ich freu mich jetzt schon riesig auf das nächste Mal!

Dienstag, 29. April 2014

Erste Session am Schlauch

Günter alias „LeBreton“ und ich hatten schon seit Monaten vor, einen Termin für eine gemeinsame Session am „Schlauch“ in Vösendorf – einem der Hausgewässer von Günter - zu finden. Am Sonntag in der Früh war es nun endlich soweit, wobei wir gerade noch rechtzeitig drauf gekommen sind, dass wir zuvor eigentlich die ganze Zeit von zwei verschiedenen Teichen gesprochen hatten, die sich aber irgendwie ähneln. Günter holte mich daher zur Sicherheit ab und nach der kurzen Anfahrtszeit begutachtete ich zuerst einmal dieses mir noch gänzlich unbekannte Gewässer. Der Teich ist eher schmal, dafür aber lang gezogen, überschaubar, bietet gut präparierte Plätze und eine sehr schöne Umgebung. Wir entschieden uns rasch für den Platz gleich neben dem Parkplatz. Nicht nur, weil er ziemlich gemütlich aussah und fast direkt neben dem Auto war, er sagte uns einfach zu und bot uns beiden genügend Platz, um alle vier Montagen in ausreichendem Abstand zueinander ablegen zu können.

Schnell noch die Tageskarte ausgefüllt und danach wurde zuerst einmal all unser Tackle aufgebaut und die Ruten wurden scharf gemacht. Ich fischte auf jeder Rute ein 0815 no knot Rig mit Snowman, dazu jeweils ein PVA Bag, gefüllt mit kleinen Pellets und gecrushten Boilies. Günter entschied sich kurzfristig für ein Rig-Experiment, nämlich auf der einen Rute ein 360°-Rig und auf der zweiten Rute wiederum eines seiner Standard-Rigs (KD-Rig). Kleine PVA-Bags, die mit allem befüllt wurden, was die Küche von „Miraculix“ – so nennt ihn der ein oder andere Insider am Gewässer – hergab, rundeten sein Setup ab.

  Wir versenkten drei unserer Montagen in der Nähe des gegenüberliegenden Schilfgürtels, nur meine rechte Rute legte ich eher mittig ab. Eigentlich war es bei dieser Rute ein misslungener Wurf gewesen, jedoch meinte Günter, dass ich die Montage ruhig mal auf der Stelle lassen soll. Nachdem Günter dann endlich auch seine zweite Rute ausgebracht hatte, kehrten Spannung und Ruhe ein. Man konnte zwar die Autobahn hinter uns hören, doch mich störte das nicht wirklich, da ich diese Geräuschkulisse ja von meinem alten Hausgewässer schon gewohnt bin.

So vergingen die ersten paar Stunden ohne geringste Fischaktivität. Innerlich flehte ich bereits, dass uns der liebe Petrus doch einen Fisch gewähren sollte!

Als Günter und ich uns gerade über Bissanzeiger unterhielten, hatte eben dieser Petrus dann doch Erbarmen mit mir. VOLLRUN!!! Und zwar saugte der Rüssler genau jenen Köder ein, den ich mittig liegen gelassen hatte! Mein Kontrahent war zwar nicht der Größte seiner Art, doch Kraft hatte er allemal. Nach kurzem Kampf lag dann ein wunderschöner, lang gezogener Schuppenkarpfen auf der Matte. Ich finde diese langen Schuppenkarpfen einfach nur extrem geil!


Nun war ich vollauf zufrieden, nur Günter hätte ich noch wirklich einen Fisch vergönnt. Wir konnten in der Nähe unseres Platzes einen kleinen Spiegelkarpfen an der Oberfläche beobachten, der genau in Richtung seiner Montagen schwamm. Ein gutes Zeichen? Nun ja, seine Delkims hüllten sich weiter in unerträgliches Schweigen, Günter hätte sich zu diesem Zeitpunkt schon mit einem Schnurschwimmer zufrieden gegeben…

Um siebzehn Uhr begann für uns die „fischereiliche Rapid-Viertelstunde“ (Boyd hatte Rapid am Vortag ja auch noch in der 84. Minute zum Sieg über Salzburg verholfen), doch auch in diesen letzten fünfzehn Minuten tat sich rein gar nichts mehr. Als Günter dann seine beiden Montagen einholte, entdeckten wir auch, weshalb er nicht einen einzigen Drucker hatte. Auf sein 360°-Rig hatte er irrtümlich ein zu großes Pop Up aufgezogen und darauf vergessen, das Rig im Flachwasser zu kontrollieren. Somit ragte das Rig im Wasser ca. zwanzig Zentimeter in die Höhe...es entpuppte sich eher als eine Mischung aus 360°-Rig und Zig-Rig, bzw. wie er es bezeichnete, als ein „hundertprozentigultraunfängiges 360er-Zig-Rig“. Nicht einmal ein hochgradig suizidgefährdeter Karpfen hätte diesen Pop Up jemals eingesaugt, aber es gab ja noch die „Bank“, seine zweite Montage, die, die zuvor immer funktioniert hatte. Doch da war der Haken nach dem Einholen mit Kraut verdeckt, also auch eher suboptimal. Obwohl, das kann auch erst beim Einkurbeln passiert sein. Günter war natürlich nicht gerade erfreut. Beim nächsten Mal kontrollier lieber Deine Rigs, bevor Du sie auswirfst! :D


Insgesamt blieb es bei dem einen gefangenen Fisch, aber nichtsdestotrotz war es ein wirklich geiler, aber leider viel zu kurzer gemeinsamer Tag am Wasser.

Danke Günter!

Freitag, 18. April 2014

Steiermark Trip 2014



Montag in der Früh konnte ich endlich meinen heurigen Steiermark-Trip starten. Zuerst ging`s ins Angelcenter Graz, dort kaufte ich noch brav für meine bevorstehende Session am Inkognito Lake ein. Den Rest des Tages verbrachte ich in der Stadt, doch am nächsten Morgen ging es nach dem Frühstück gleich weiter Richtung Sulzhof. Nach einer halben Stunde Anfahrtszeit baute ich erst das Camp auf. Dabei stellte sich heraus, dass die Pumpe für mein Schlauchboot den Geist aufgegeben hatte. Um nicht zu viel Zeit zu verlieren, entschied ich mich den Fischereiaufseher Manfred anzurufen, um zu fragen ob ich mir ein Boot ausleihen könnte. Kein Problem sagte er, also schnappte ich mir gleich ein Boot und schon kurze Zeit später lagen die Montagen an den Spots. Ein Kollege aus München, der am Platz neben mir fischte, erzählte, dass es nicht wirklich gut läuft. Kein Wunder, dachte ich mir nur, bei dem Temperatursturz: am Vortag hatte es noch 21 Grad, heute nur mehr 13 und es regnete ab und zu. Der gesamte erste Tag blieb erfolglos. Ich bekam zwar zwischen neun am Abend und zwei Uhr  in der Früh auf allen drei Ruten Runs, doch ich verlor jeden Fisch. Es fing schon wieder so an wie letztes Jahr! Was machte ich falsch? An der Montage konnte es nicht liegen und ich drille auch nicht zu hart. Vermutlich lag es am Laub am Grund, wo sich der Haken verfing und dadurch nicht richtig haken konnte. Das nächste Mal werde ich um jeden Haken PVA-Tape binden, damit er frei bleibt und sich nirgendwo verfangen kann.

Am Morgen des zweiten Tages brachte ich alle Montagen neu raus. Als ich gerade bei der zweiten Rute war, meldete sich plötzlich die Funkbox! Diesmal saß der Haken bombenfest und ich konnte den ersten Schuppler der Saison auf die Matte legen.

 Nach diesem ersten kleinen Erflog tat sich erst einmal wieder gar nichts. Erst Stunden später bekam ich wieder einen Biss, doch auch diesen Fisch verlor ich im Drill. Mein dünnes Nervenkostüm war kurz davor zu zerreißen. Aber so gegen vier am Nachmittag klappte es dann doch wieder mit einem Fisch und so lag der nächste Schuppenkarpfen auf der Matte. Nun hatte ich schon zwei Fische ich war vollauf zufrieden. Die Fische, die ich im Drill verloren hatte, waren damit längst wieder vergessen.

 Solcherart beruhigt, legte ich mich erst einmal aufs Ohr. So gegen acht riss mich dann die Funkbox aus meinem Tiefschlaf. Nach langem Kampf kam ein bulliger Schuppenkarpfen zum Vorschein: was für eine geile Wasserkuh! Ich war einfach nur glücklich. Info am Rande: Jeden Fisch konnte ich mit Tigernüssen überlisten.




Ich brachte die Montage  für die Nacht wieder neu aus. Es wurde ruhig, sehr ruhig und im Zelt war es schon etwas kälter geworden,  so versuchte ich mich mit dem Gaskocher ein wenig aufzuwärmen. Gegen elf war es dann wieder so weit: Vollrun! Ich merkte schon im Drill, dass es etwas größeres sein musste: Es fühlte sich ziemlich schwer an. Ich versuchte den Fisch so vorsichtig wie möglich in Richtung Ufernähe zu bekommen. Doch zehn Meter vorm Ufer wachte mein Kontrahent so richtig auf. Er flüchtete immer wieder in Richtung Seemitte und dann war er auf einmal in den Bäumen verfangen. Das Licht meiner Stirnlampe war zu schwach um die Schnurrichtung zu erkennen, damit ich ihn schon vorher hätte stoppen können. Ich versuchte den Karpfen mit brachialer Kraft aus den Bäumen zu bekommen und tatsächlich war er nach einiger Zeit frei aus dem Holz. Als der Karpfen dann nach etwa 20 Minuten endlich im Kescher lag, riss der bei der Abhakmatte durch. Mein Kescher hatte davor schon ein paar Löcher, doch jetzt riss er komplett auf. Egal, zuerst kam die Fotosession mit diesem wirklich bulligen Spiegelkarpfen dran, einem extrem brutalen Fisch!

 Nun ja, jetzt saß ich da im Zelt mit kaputten, unbrauchbaren Kescher. Ich musste auf den nächsten Tag warten um dann einen neuen zu besorgen. Neun Stunden kostbare Zeit gingen dabei drauf aber gegen zehn am dritten Vormittag lagen dann endlich wieder die Montagen draußen. Keine Stunde später wieder Vollrun, wieder kam ein wunderbarer Schuppenkarpfen auf die Matte. Ich verschwendete keine Zeit und fuhr die Montage gleich wieder neu raus.

Es war so gegen drei, da lag ich im Zelt und schaute die ganze Zeit auf den Swinger der Rute, die auf den Banksticks war. Ich dachten nur: Komm schon, einen Fisch noch! Da ging plötzlich der Swinger in die Höhe und es piepste schon wie verrückt. Doch diesen Fisch verlor ich wieder, aber ich regte mich gar nicht mehr darüber auf. 

Zwei Stunden später ging dann zum letzten Mal in dieser Session die Funkbox an,  nun kam die Krönung der ganzen Tage. Als der Fisch das erste Mal an die Oberfläche kam, machte ich große Augen als da einen Amur am Haken hängen sah. Einen Augenblick später gingen auch schon die für diese Fische so typischen Fluchten los, doch die Bremse leistete gute Arbeit und so konnte ich nach zwei Jahren endlich wieder einen Amur in den Händen halten.

Im Großen und Ganze war es wieder ein geiler Trip in die Steiermark.