Dienstag, 29. April 2014

Erste Session am Schlauch

Günter alias „LeBreton“ und ich hatten schon seit Monaten vor, einen Termin für eine gemeinsame Session am „Schlauch“ in Vösendorf – einem der Hausgewässer von Günter - zu finden. Am Sonntag in der Früh war es nun endlich soweit, wobei wir gerade noch rechtzeitig drauf gekommen sind, dass wir zuvor eigentlich die ganze Zeit von zwei verschiedenen Teichen gesprochen hatten, die sich aber irgendwie ähneln. Günter holte mich daher zur Sicherheit ab und nach der kurzen Anfahrtszeit begutachtete ich zuerst einmal dieses mir noch gänzlich unbekannte Gewässer. Der Teich ist eher schmal, dafür aber lang gezogen, überschaubar, bietet gut präparierte Plätze und eine sehr schöne Umgebung. Wir entschieden uns rasch für den Platz gleich neben dem Parkplatz. Nicht nur, weil er ziemlich gemütlich aussah und fast direkt neben dem Auto war, er sagte uns einfach zu und bot uns beiden genügend Platz, um alle vier Montagen in ausreichendem Abstand zueinander ablegen zu können.

Schnell noch die Tageskarte ausgefüllt und danach wurde zuerst einmal all unser Tackle aufgebaut und die Ruten wurden scharf gemacht. Ich fischte auf jeder Rute ein 0815 no knot Rig mit Snowman, dazu jeweils ein PVA Bag, gefüllt mit kleinen Pellets und gecrushten Boilies. Günter entschied sich kurzfristig für ein Rig-Experiment, nämlich auf der einen Rute ein 360°-Rig und auf der zweiten Rute wiederum eines seiner Standard-Rigs (KD-Rig). Kleine PVA-Bags, die mit allem befüllt wurden, was die Küche von „Miraculix“ – so nennt ihn der ein oder andere Insider am Gewässer – hergab, rundeten sein Setup ab.

  Wir versenkten drei unserer Montagen in der Nähe des gegenüberliegenden Schilfgürtels, nur meine rechte Rute legte ich eher mittig ab. Eigentlich war es bei dieser Rute ein misslungener Wurf gewesen, jedoch meinte Günter, dass ich die Montage ruhig mal auf der Stelle lassen soll. Nachdem Günter dann endlich auch seine zweite Rute ausgebracht hatte, kehrten Spannung und Ruhe ein. Man konnte zwar die Autobahn hinter uns hören, doch mich störte das nicht wirklich, da ich diese Geräuschkulisse ja von meinem alten Hausgewässer schon gewohnt bin.

So vergingen die ersten paar Stunden ohne geringste Fischaktivität. Innerlich flehte ich bereits, dass uns der liebe Petrus doch einen Fisch gewähren sollte!

Als Günter und ich uns gerade über Bissanzeiger unterhielten, hatte eben dieser Petrus dann doch Erbarmen mit mir. VOLLRUN!!! Und zwar saugte der Rüssler genau jenen Köder ein, den ich mittig liegen gelassen hatte! Mein Kontrahent war zwar nicht der Größte seiner Art, doch Kraft hatte er allemal. Nach kurzem Kampf lag dann ein wunderschöner, lang gezogener Schuppenkarpfen auf der Matte. Ich finde diese langen Schuppenkarpfen einfach nur extrem geil!


Nun war ich vollauf zufrieden, nur Günter hätte ich noch wirklich einen Fisch vergönnt. Wir konnten in der Nähe unseres Platzes einen kleinen Spiegelkarpfen an der Oberfläche beobachten, der genau in Richtung seiner Montagen schwamm. Ein gutes Zeichen? Nun ja, seine Delkims hüllten sich weiter in unerträgliches Schweigen, Günter hätte sich zu diesem Zeitpunkt schon mit einem Schnurschwimmer zufrieden gegeben…

Um siebzehn Uhr begann für uns die „fischereiliche Rapid-Viertelstunde“ (Boyd hatte Rapid am Vortag ja auch noch in der 84. Minute zum Sieg über Salzburg verholfen), doch auch in diesen letzten fünfzehn Minuten tat sich rein gar nichts mehr. Als Günter dann seine beiden Montagen einholte, entdeckten wir auch, weshalb er nicht einen einzigen Drucker hatte. Auf sein 360°-Rig hatte er irrtümlich ein zu großes Pop Up aufgezogen und darauf vergessen, das Rig im Flachwasser zu kontrollieren. Somit ragte das Rig im Wasser ca. zwanzig Zentimeter in die Höhe...es entpuppte sich eher als eine Mischung aus 360°-Rig und Zig-Rig, bzw. wie er es bezeichnete, als ein „hundertprozentigultraunfängiges 360er-Zig-Rig“. Nicht einmal ein hochgradig suizidgefährdeter Karpfen hätte diesen Pop Up jemals eingesaugt, aber es gab ja noch die „Bank“, seine zweite Montage, die, die zuvor immer funktioniert hatte. Doch da war der Haken nach dem Einholen mit Kraut verdeckt, also auch eher suboptimal. Obwohl, das kann auch erst beim Einkurbeln passiert sein. Günter war natürlich nicht gerade erfreut. Beim nächsten Mal kontrollier lieber Deine Rigs, bevor Du sie auswirfst! :D


Insgesamt blieb es bei dem einen gefangenen Fisch, aber nichtsdestotrotz war es ein wirklich geiler, aber leider viel zu kurzer gemeinsamer Tag am Wasser.

Danke Günter!

Freitag, 18. April 2014

Steiermark Trip 2014



Montag in der Früh konnte ich endlich meinen heurigen Steiermark-Trip starten. Zuerst ging`s ins Angelcenter Graz, dort kaufte ich noch brav für meine bevorstehende Session am Inkognito Lake ein. Den Rest des Tages verbrachte ich in der Stadt, doch am nächsten Morgen ging es nach dem Frühstück gleich weiter Richtung Sulzhof. Nach einer halben Stunde Anfahrtszeit baute ich erst das Camp auf. Dabei stellte sich heraus, dass die Pumpe für mein Schlauchboot den Geist aufgegeben hatte. Um nicht zu viel Zeit zu verlieren, entschied ich mich den Fischereiaufseher Manfred anzurufen, um zu fragen ob ich mir ein Boot ausleihen könnte. Kein Problem sagte er, also schnappte ich mir gleich ein Boot und schon kurze Zeit später lagen die Montagen an den Spots. Ein Kollege aus München, der am Platz neben mir fischte, erzählte, dass es nicht wirklich gut läuft. Kein Wunder, dachte ich mir nur, bei dem Temperatursturz: am Vortag hatte es noch 21 Grad, heute nur mehr 13 und es regnete ab und zu. Der gesamte erste Tag blieb erfolglos. Ich bekam zwar zwischen neun am Abend und zwei Uhr  in der Früh auf allen drei Ruten Runs, doch ich verlor jeden Fisch. Es fing schon wieder so an wie letztes Jahr! Was machte ich falsch? An der Montage konnte es nicht liegen und ich drille auch nicht zu hart. Vermutlich lag es am Laub am Grund, wo sich der Haken verfing und dadurch nicht richtig haken konnte. Das nächste Mal werde ich um jeden Haken PVA-Tape binden, damit er frei bleibt und sich nirgendwo verfangen kann.

Am Morgen des zweiten Tages brachte ich alle Montagen neu raus. Als ich gerade bei der zweiten Rute war, meldete sich plötzlich die Funkbox! Diesmal saß der Haken bombenfest und ich konnte den ersten Schuppler der Saison auf die Matte legen.

 Nach diesem ersten kleinen Erflog tat sich erst einmal wieder gar nichts. Erst Stunden später bekam ich wieder einen Biss, doch auch diesen Fisch verlor ich im Drill. Mein dünnes Nervenkostüm war kurz davor zu zerreißen. Aber so gegen vier am Nachmittag klappte es dann doch wieder mit einem Fisch und so lag der nächste Schuppenkarpfen auf der Matte. Nun hatte ich schon zwei Fische ich war vollauf zufrieden. Die Fische, die ich im Drill verloren hatte, waren damit längst wieder vergessen.

 Solcherart beruhigt, legte ich mich erst einmal aufs Ohr. So gegen acht riss mich dann die Funkbox aus meinem Tiefschlaf. Nach langem Kampf kam ein bulliger Schuppenkarpfen zum Vorschein: was für eine geile Wasserkuh! Ich war einfach nur glücklich. Info am Rande: Jeden Fisch konnte ich mit Tigernüssen überlisten.




Ich brachte die Montage  für die Nacht wieder neu aus. Es wurde ruhig, sehr ruhig und im Zelt war es schon etwas kälter geworden,  so versuchte ich mich mit dem Gaskocher ein wenig aufzuwärmen. Gegen elf war es dann wieder so weit: Vollrun! Ich merkte schon im Drill, dass es etwas größeres sein musste: Es fühlte sich ziemlich schwer an. Ich versuchte den Fisch so vorsichtig wie möglich in Richtung Ufernähe zu bekommen. Doch zehn Meter vorm Ufer wachte mein Kontrahent so richtig auf. Er flüchtete immer wieder in Richtung Seemitte und dann war er auf einmal in den Bäumen verfangen. Das Licht meiner Stirnlampe war zu schwach um die Schnurrichtung zu erkennen, damit ich ihn schon vorher hätte stoppen können. Ich versuchte den Karpfen mit brachialer Kraft aus den Bäumen zu bekommen und tatsächlich war er nach einiger Zeit frei aus dem Holz. Als der Karpfen dann nach etwa 20 Minuten endlich im Kescher lag, riss der bei der Abhakmatte durch. Mein Kescher hatte davor schon ein paar Löcher, doch jetzt riss er komplett auf. Egal, zuerst kam die Fotosession mit diesem wirklich bulligen Spiegelkarpfen dran, einem extrem brutalen Fisch!

 Nun ja, jetzt saß ich da im Zelt mit kaputten, unbrauchbaren Kescher. Ich musste auf den nächsten Tag warten um dann einen neuen zu besorgen. Neun Stunden kostbare Zeit gingen dabei drauf aber gegen zehn am dritten Vormittag lagen dann endlich wieder die Montagen draußen. Keine Stunde später wieder Vollrun, wieder kam ein wunderbarer Schuppenkarpfen auf die Matte. Ich verschwendete keine Zeit und fuhr die Montage gleich wieder neu raus.

Es war so gegen drei, da lag ich im Zelt und schaute die ganze Zeit auf den Swinger der Rute, die auf den Banksticks war. Ich dachten nur: Komm schon, einen Fisch noch! Da ging plötzlich der Swinger in die Höhe und es piepste schon wie verrückt. Doch diesen Fisch verlor ich wieder, aber ich regte mich gar nicht mehr darüber auf. 

Zwei Stunden später ging dann zum letzten Mal in dieser Session die Funkbox an,  nun kam die Krönung der ganzen Tage. Als der Fisch das erste Mal an die Oberfläche kam, machte ich große Augen als da einen Amur am Haken hängen sah. Einen Augenblick später gingen auch schon die für diese Fische so typischen Fluchten los, doch die Bremse leistete gute Arbeit und so konnte ich nach zwei Jahren endlich wieder einen Amur in den Händen halten.

Im Großen und Ganze war es wieder ein geiler Trip in die Steiermark.

Sonntag, 16. März 2014

Session am Rohrteich



Das geile Wetter musste ich einfach ausnutzen. Donnerstagmorgen ging’s daher mit Tageskarte an mein ehemaliges Hauswasser, wo ich einige Jahre regelmäßig gefischt hatte. Ich begab mich gleich an einen meiner Lieblingsplätze:  dort, wo die Sauerstoffpumpe hängt, denn dort ist immer Fischaktivität. Das Blöde ist, dass man hier nur mit einer Rute fischen darf.  Auch füttern ist verboten ist, so konnte ich nicht wirklich viel herumprobieren. Als Köder wählte ich eine Maiskette, diese präsentierte ich keine  drei Meter von der Sauerstoffpumpe in nur 120 Zentimeter Wassertiefe. Der Teich ist sehr seicht (an der tiefsten Stelle nur zwei Meter), dadurch erwärmt sich das Wasser sehr schnell. Ich rechnete also schon damit, dass die Karpfen bereits  brav am fressen waren.

Ich hatte schon nach nur kurzer Zeit Fischkontakt, aber leider nur Schnurschwimmer. Ich überlegte, ob ich nicht die Montage etwas näher auslegen sollte. Schnurschwimmer sind ja oft ein Indiz dafür, dass die Montage falsch liegt. Also warf ich neu aus und das Warten konnte beginnen.

 Zum Glück dauerte es nicht lange, bis mein Bissanzeiger um Hilfe rief. Da lag er auch schon auf der Matte: der wohl kleinste Karpfen, den ich in meinem Leben gefangen habe. Ich wusste ja, dass in diesem Teich keine Granaten zu erwarten waren, aber so einen lieben kleinen Spiegler hab ich noch nie am Haken gehabt. :D

 Nun ja, wer die Kleinen nicht ehrt, ist die Großen nicht wert! Inzwischen kam ein alter Freund von mir hinzu und konnte innerhalb von fünf Minuten zwei Karpfen der gleichen Größenkategorie überlisten. Danach war bei uns beiden aber ziemlich tote Hose. Mein Freund war der Meinung, dass sich die Karpfen in der Mitte des Teiches aufhalten könnten, also schleuderten wir unsere Montagen dorthin. Doch auch dort blieben unsere Bissanzeiger stumm. Ein paar Stunden später versuchten wir noch entlang der Schilfgürtel zu fischen, doch hier war komplett das gleiche Spiel. Gegen zwei Uhr hauten wir daher den Hut drauf, packten unsere Sachen und ab ging‘s nach Hause!

Trotzdem war‘s ein geiler halber Tag am Wasser und auch das Wetter hatte voll mitgespielt!



Sonntag, 17. November 2013

Kollega Session

Am 26.Oktober war es endlich wieder soweit: Mein guter alter Kollega Helly kam mich als Gastfischer an meinem Hauswasser besuchen. Kurz nach zehn stand er vor meiner Haustür, voll motiviert endlich die Rute auszuwerfen.

Am Teich versorgte ich uns erst einmal mit dem „Grundnahrungsmittel“ Bier. Danach hockten wir uns einfach auf den ersten Steg, doch viel Fischaktivität konnten wir dort nicht verzeichnen. Zwischendurch rief ich meinen Freund Andi an und fragte ihn, ob er auch heute noch komme. Als er hörte, wo ich sitze, begann er zu lachen und meinte: „Willst du Fische fangen oder dich sonnen?“ Er meinte, ich solle lieber zur „Zunge“. Ich nahm seinen Rat an und wir wechselten den Platz. Helly war, denk ich, zuerst nicht wirklich begeistert, aber das würde sich im Verlauf des Tages noch ändern :)

Am anderen Platz fütterte ich zuerst die Spots mit Chunks an. Ich verteilte dabei das Futter auf großer Fläche um die Fische zu beschäftigen. Inzwischen stieß unser Freund Eduard zu uns und warf seine Raubfischruten aus.

Plötzlich rief der Bissanzeiger um Hilfe! Ich rief Helly zu „Lauf oida“ und kurz darauf stand er schon mit gebogenen Rute in der Hand und einem richtig breiten Grinser im Gesicht neben dem Rod Pod :D Der Karpfen, den er herauszog, hatte eine äußerst schöne Färbung: Sein Kopf sah aus wie der eines Koi.

Nur kurze Zeit später lief wieder die Rolle ab. Wieder überließ ich Helly den Fisch. Es war einfach nur toll, ihn so glücklich mit der Rute zu sehen. Ein halbstarker Spiegler lag nach einem langen Kampf dann auf der Matte und schon nur kurze Zeit später hing wieder ein Fisch am Haken.

 Diesmal war es ein länglicher Schuppler mit ein paar Verletzungen. Nach der Fotosession durfte er wieder zurück in sein Element – wie natürlich auch schon der Karpfen zuvor.

Dann kam Andi bei uns vorbei. Er blieb jedoch nur kurz und wechselte aufs gegenüberliegende Ufer, da dort mehr Platz war. Bei mir und Helly kehrte Stille ein und ich wurde langsam ungeduldig: Ich wollte auch endlich zum Zug kommen!

Bei unseren Ruten herrschte aber Totenstille, also besuchte ich zwischendurch Andi. Wir fachsimpelten ein wenig und als ich wieder ging, gab er mir noch einen Rat mit auf den Weg: „Du fischst viel zu weit draußen, du brauchst nur zwanzig Meter raus.“ Ich befolgte wieder seinen Tipp und siehe da: Es dauerte nicht lang und auch ich konnte endlich einen Fisch auf die Matte legen. Dieser Karpfen war schon einer der etwas größeren Kategorie in diesem Teich. Ich glaube, kaum ein anderer kennt dieses Gewässer so gut wie Andi!

Eine halbe Stunde später fing ich dann meinen letzten Fisch dieser Saison: einen kleinen, aber langen Schuppenkarpfen. Ich ließ ihn jedoch gleich wieder frei. Ich wollte den Kleinen nicht mit einer Fotosession zusätzlich stressen.

Danach biss zwar nichts mehr, wir genossen aber noch den Sonnenuntergang bevor es ab nach Hause ging.

Dienstag, 30. Juli 2013

Shortsession Part 3+4+5

Tag 1:
Gegen 17 Uhr traf ich mit meinem Freund Emre, der mich beim Fischen begleitete. Zuerst wurde der Platz „Die Zunge“ angesteuert, Doch Fischaktivität war hier Fehlanzeige, zwar hatte ich ein paar Piepser, doch es waren nur Schnurschwimmer. Also ab zum altbewehrten Platz: zum Steg direkt unter der Hütte. Montagen wurden neu ausgeberacht und Boilies großflächig verteilt. Zwei Stunden vergingen ohne jegliche Aktivität. „Es muss was geschehen“, dachte ich mir und füllte gecrushte Boilies in einen PVA-Sack und tauchte den ganzen Beutel in den Dip, damit er sich mit Flavour ansaugte. Als ich die Montage mit dem PVA-Beutel ausgebracht hatte, dauerte es keine zwanzig Minuten und schon schrie der Bissanzeiger um Hilfe. Zum Vorschein kam ein kleiner netter Spiegler, der ziemlich spritzig im Drill war. Fast wie eine Forelle :D

 Tag 2:
Ich setze mich diesmal an ein Platzerl, wo sonst nie jemand fischte und wo ich etwas versteckt war, da ich lieber unauffällig bleiben wollte. Ich beschloss mit nur einer Rute zu fischen, da ich fand, dass die Zweite an diesem beschränkten Platz zu viel war. Ich fischte keine 15 Meter vom Ufer entfernt, dazu verteilte ich großflächig Boilies. Wieder einmal tat sich gar nichts. Normal sollten die Fische schon am fressen sein, doch keine Spur. Weder rollende Karpfen oder Blasen waren am Wasser zu erkennen. Ich überlegte schon, wieder mit Zig Rigs zu fischen, da ich einige Fische weiter draußen springen sah. ich dachte mir, dass sie vielleicht bei dieser Hitze etwas weiter oben stehen: im Mittelwasser vielleicht.

 Da ging schon der Fox Swinger die Höhe. Der Drill gestaltete sich eher unspektakulär, das Ergebnis war ein langer Schuppenkarpfen mit zirka sechs Kilo. 

Doch was mich sehr ärgerte, war, dass der große Haken zu viel Spiel hatte und die Fische so viel leichter aussteigen konnten. Ein Freund hatte gemeint, dass er mit größeren Haken weniger schlitzt. Ich war eigentlich der Überzeugung, dass es nicht so ist, doch ich wollte der Sache auf den Grund gehen. Der Haken saß jedoch schön wie immer in der Unterlippe. Keine halbe Stunde später geschah genau das, was ich befürchtet hatte: Ein halbstarker Spiegler stieg im Drill aus. Es war klar, dass es nur an dem großen Haken liegen konnte. Ich meine, jeder soll so fischen wie er will, doch für mich steht fest: Lieber mit kleinen Haken fischen, die sitzen besser.

Tag 3:
Um 16 Uhr ging‘s wieder ans Wasser. Diesmal war etwas anders: Der Wind ging. Es war kein kalter Wind, sondern ein erfrischender und das Tolle war, dass er genau in meine Richtung blies. Also schnell das Tackle auf meinem Lieblingsplatz, die „Seebühne“, aufgebaut und schon ging es ans Warten.

 Ihr könnt euch sicher schon denken, dass auch diesmal keine Fischaktivität zu verzeichnen war. Was war los mit unseren Karpfen? Thomas Talaga (bekannter deutscher Karpfenangler) sagte immer, dass es dieses von vielen Karpfenanglern gehasste Sommerloch gar nicht gibt. Die Fische fressen und fressen in dieser Zeit ohne Ende, da es jetzt Naturnahrung im Überschuss gibt. Die Karpfen waren diesmal sogar am Rollen und das in der Nähe meines Spots. Lag ich falsch? Ok, nun hab ich die Montagen dort hingeworfen wo die Karpfen rollten, doch auch hier war nichts zu holen, lediglich Schnurschwimmer.

 Also Sachen zusammengepackt und hinüber ins Eck marschiert, wo ich am Tag davor schon war. Ich fühlte schon, da muss jetzt etwas passieren, denn hier sind immer Karpfen. „Als Schneider geh ich sicher nicht Heim“, dachte ich mir. Doch die Montage war nicht perfekt ausgelegt, ich hatte eigentlich noch um die vier Meter weiter werfen wollen. Also neu ausgelegt und wieder ging‘s ans Warten. Ich betete, dass mir Petrus einen Fisch gönnen möge. Tja, und was soll ich sagen? Da schrie endlich der Bissanzeiger auf! Nach langem Drill konnte ich einen alten Bekannten namens Goldi auf die Matte legen. Er hatte leider einige Verletzungen, woher die wohl kamen? Sind sie etwa vielleicht erst jetzt im Laichgeschäft? Nein das konnte ich mir nicht vorstellen. Egal, die Wunden wurden mit Antiseptikum versorgt und Goldi wieder in die Freiheit entlassen. Ein paar Minuten später meldete sich dann schon wieder mein Fox Bissanzeiger. Diesmal war es wieder ein kleiner Schuppler mit etwa fünf Kilo. Das reichte mir dann für den Tag und ich machte zumindest nicht ganz unzufrieden Schluss.

Sonntag, 26. Mai 2013

Shortsession Part 1+2

Tag 1: So gegen 18 Uhr gings wieder einmal ab zum Teich, um noch vor Laichzeit ein paar Karpfen auf die Matte zu legen. Ich befischte mit einer Rute den gleichen Spot, wo ich letztens den großen Spiegler gefangen hatte. Die andere Montage kam wieder zu der kleinen Vertiefung unter Wasser.

Ich fütterte nur am Anfang mit der Schaufel Peletts an, sonst verwendete ich nur PVA Bags mit gecrushten Boilies und Peletts. Ich verzichtete wieder auf Pop ups, da ich sonst meine Köder meist als Snowman präsentiere. Übrigens ist mir aufgefallen, dass die Karpfen neongrüne Pop ups meiden, dafür gehen neongelb und rosa sehr gut. Doch diemsal fischte ich nur Singlehookbaits.

Nach langer Zeit ging endlich die rechte Rute ab, doch der Drill war nur von kurer Dauer, da der Fisch ausgestiegen ist. Egal, neu auswerfen, neues Spiel, neues Glück! Eine halbe Stunde später ging dann die linke Rute. Der halbstarke Spiegler lieferte einen kurzweiligen Drill und legte einige sehr rasante Fluchten zurück.

Keine zwanzig Minuten später wurde ich jäh unterbrochen und kontrolliert, was mir eiegentlich nichts ausmacht. Doch diese Person.....naja, ich will jetzt da gar nicht näher darauf eingehen. Auf jeden Fall hatte ich dann überhaupt keine Lust mehr aufs Fischen und hab zusammengepackt. Diejenigen, die mich näher kennen, werden wohl wissen, von wem ich spreche.

Tag 2: Ich fischte wieder auf dem gleichen Steg und auf den gleichen Plätzen wie am Tag zuvor. Der einzige Unterschied lag darin, dass ich viel weniger gefüttert habe als sonst. Es dauerte trotzdem nicht lange, da bekam ich schon einen Biss. Doch all zu lang dauerte der Drill nicht, da ich nur einen aus der Kategorie Kindergarten am Haken hatte.



Im Südstadtstadion nebenan lief das Spiel Admira Juniors gegen Sportklub. Ich konnte nur einmal einen kurzen Jubel hören und wusste daher, dass wir wohl verloren haben. Denn die Abwehr ist in letzter Zeit ziemlich löchrig. Die Juniors haben auch tatsächlich 1:3 verloren.

Aber back to the topic :-) Als ich gerade einen Freund anrufen wollte, bekam ich einen brutalen Vollrun auf der rechten Rute. Als ich die Rute aufnahm, begann der Karpfen in meine Richtung zu schwimmen. Ich Trottel dachte zuerst er sei ausgestiegen, da kein Druck mehr da war, doch als ich die Schnur wieder einholen wollte, bemerkte ich zum Glück wieder einen Druck. Erst in der Nähe des Ufers begann der richtig spannende Teil des Drills. Mein Kontrahent entpuppte sich als schöner kompakter Spiegler, der etwas dünkleren Sorte. Kaum war er releast, piebste erneut der Bissanzeiger auf. Doch leider war es wieder nur einer aus dem Kindergarten. Ein Wahnsinn, dass so kleine Karpfen schon ohne Schwimmflügerl schwimmen können.

Eine Stunde später geschah das, wovor ich am meisten Angst habe: Alle zwei Ruten liefen gleichzeitig ab. Allerdings war auf der rechten Rute ein Fallbiss. Ich entschied mich daher zuerst für die linke. Ich pumpte den Karpfen in Ufernähe und dann nahm ich endlich die zweite Rute zur Hand. Nun stand ich da wie ein Behinderter: Eine Rute zwischen die Beine geklemmt, die andere normal in den Händen.

Nach und nach brachte ich auch den zweiten Fisch in Ufernähe, doch dann setzte sich der erste Karpfen in einem versunkenen Baum fest. Ich kescherte schnell Nummer 2, dann versuchte ich den anderen Herrn wieder aus dem Baum zu befreien. Allerdings ohne Erfolg, denn die Montage saß auch fest. Zum Glück verwende ich keine Widerhaken, so kann ich mir ziemlich sicher sein, dass der Karpfen den Haken los ist. Nach einer kurzen Fotosession wurde auch dem gekescherten Spiegler die Freiheit wieder geschenkt und für mich gings ab nach Hause!

Sonntag, 19. Mai 2013

3 Stunden 1 Schweinderl

Samstag Abend startete ich für drei Stunden eine spontane Shortsession. Am Teich bemerkte ich, dass mein Rod Pod fehlte. Sehr zum Ärger meiner Mutter musste sie mir es ans Wasser nachbringen. Bis zu ihrem Eintreffen haute ich mich zu einem guten Freund, der auch gerade fischte. Er erzählte, mir, dass es eher schlecht ging und er erst einen einzigen Karpfen gefangen hatte. Wenigstens war auch eine Forelle als Entschädigung am Haken gewesen.

Nachdem das Rod Pod geliefert worden war, begann ich mit dem Aufbau, welcher nicht allzu lang dauerte. Dann warf ich eine Montage kaum 15 Meter weit zu einer sehr markanten Stelle, wo ich letztes Jahr schon viele Karpfen gefangen hatte. Die andere Montage warf ich hingegen etwa 80 Meter weit auf eine kleine Vertiefung unter Wasser aus, wo sich eigentlich immer ein paar Karpfen aufhalten.

So, nun wartete ich schon 40 Minuten ohne auch nur einen einzigen Zupfer. Für viele mag dies normal klingen, aber ich wusste, dass hier am Platz Fische waren. So wechselte ich die Montage und gab noch einen PVA Bag dazu. Ich verzichtete aber darauf, noch zusätzlich mit der Schaufel anzufüttern. Ich wusste, dass der Befischungsdruck an meinem Wasser hoch ist, so entschied ich mich noch ein Backlead einzuclipen, damit die Karpfen keinen Verdacht hegten und sich in Sicherheit wiegten.

Es dauerte keine zehn Minuten, da ging mein Hanger kurz in die Höhe, dann lief die Schnur. Zuerst zog er nur langsam ab, doch dann mit voller Wucht. Da tippte ich schon auf einen etwas Größeren, denn im Drill bemerkte ich, dass der Karpfen sehr kräftig war. Seine Fluchten waren keineswegs schnell sondern eher träge, dennoch spürte ich bis ins Handgelenk, welche Kraft er mit jedem Flossenschlag erzeugte. Nach einem schier endlosen Zweikampf ermüdete der Karpfen endlich, sodass ich ihn Keschern konnte. Als der Fisch auf der Matte lag, dachte ich nur: „What the hell?!“ Das war das größte Vieh, das ich hier jemals gesehen hatte!

Schnell wollte ich ein Foto machen, doch was war? ... Ja genau, bei der Kamera war der Akku leer. So ein Dreck passiert aber auch immer nur mir! Super, kurz meine Mutter angerufen, damit sie mit ihrem Fotoapparat kommen sollte. Nach der verspäteten Fotosession ging‘s mit ihm wieder zurück in sein Element!